Sabine Stamer trifft...

- keine -

Regisseurin Hermine Huntgeburth hält nichts von Demokratie am Drehort. So mache man keinen guten Film, erklärt sie. Ende November können wir ihren Polizeiruf „Sumpfgebiete“ sehen.
12.11.2016

Für ihren ersten Spielfilm vor 25 Jahren – eine schwarze Komödie um Heiratsschwindelei mit dem Titel „Im Kreise der Lieben“ – hat sie gleich den Bundesfilmpreis erhalten. Damit legte Hermine Huntgeburth, die nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch geschrieben hatte, den Grundstein für diesen besonderen Humor, den ihr die Filmwelt nachsagt. Dem Bundesfilmpreis folgten viele weitere Auszeichnungen. Wie wurde sie so erfolgreich?

Sie ist die einzige biologisch echte Frau in der Truppe von Olivia Jones. Burlesque Tänzerin Eve Champagne führt abends über den Kiez und verrät, was sie bei Tageslicht macht.
29.10.2016

Ihre Touren durch St. Pauli sind immer ausgebucht. Mit derbem Charme ruft Eve Champagne freitags und samstags gegen 19 Uhr ihre Gäste zusammen, heute überwiegend Männer: „Ach du Scheiße, ich hab den schwulen Fußballverein erwischt.“ Gelächter und Gegröle. Damit auch wirklich alle in die richtige Stimmung kommen, reicht sie jedem von uns am Eingang des St. Pauli Museums in der Davidstraße eine Flasche mit dem Etikett „Sin No. 8“. Die achte Todsünde.

Wie schaffen wir schnell und bezahlbar Wohnungen auf engem Raum? Das überlegt Architektin Karin Loosen und erklärt, warum sie es nicht mag, Häusern Kostüme zu verpassen.
22.10.2016

Vor wenigen Tagen hat ihr Architektenbüro eine Auszeichnung erhalten. Das Kulturzentrum Zinnschmelze in Barmbek wurde zum Bauwerk des Jahres erklärt. Mit einem Neubau aus dunkelbraunem Kupfer ergänzten Karin Loosen und ihre Kollegen das denkmalgeschützte Fabrikgebäude. Der Jury gefiel, dass Vorhandenes aufgewertet wurde, ohne es zu vertreiben. „Es war ein besonderer Auftrag“, freut sich die Architektin, „eher ein Bonbon, das machen wir nicht jeden Tag.“

Von der Plakatmalerin zur preisgekrönten Designerin. Katrin Oeding erfindet Wodka-Kraftstoff und betreut weltbekannte Marken.
01.10.2016

Katrin Oeding hat keine Ideen, sie macht welche. „Viele Kreative sagen, es müsse auch mal einen Tag geben, an dem man keine gute Idee hat. Aber ich bin mittlerweile so gut im Training, wie ein Sportler, dass ich immer Ideen machen kann.“ Sie gibt Unternehmen ein neues Aussehen, erfindet Marken und Produkte, traut sich in jede Branche, von der Kosmetik übers Essen bis zur Mode. Den neuen Duft von Nivea hat sie in einen reinen weißen Flacon gefüllt, den Biodünger von Blume 2000 dagegen in ein natürlich anmutendes Packpapier gewickelt.

Sie kennt sie alle persönlich, die großen Autorinnen und Illustratoren der Kinderbuchliteratur, von Erich Kästner bis Cornelia Funke. Auf einer ehemaligen Apfelplantage leitet Silke Weitendorf die Verlagsgruppe Oetinger.
17.09.2016

Auf dem Couchtisch in ihrem Büro liegt eine Erstausgabe von „Pippi Langstrumpf“, erschienen 1949 im dritten Jahr des Oetinger Verlages. Damals war Silke Weitendorf acht Jahre alt und die erste junge Leserin der deutschen Ausgabe. „Sehen Sie,“ sagt sie, „mit gelbem Farbschnitt oben, das macht man heute auch wieder.“ Andere deutsche Verlage zeigten sich an der frechen Pippi nicht interessiert, aber Silke Weitendorfs Stiefvater, Verleger Friedrich Oetinger, verliebte sich sofort in die unkonventionelle Kinderbuchfigur.

Auffällig sein – die Psychiaterin Manoshi Christina Pakrasi weiß, wie das ist. Sie baut Brücken zu den bunten Welten psychisch Kranker und engagiert sich auch für die Betreuung psychisch kranker Flüchtlinge.
03.09.2016

Sie kennt das selbst: Ungewöhnlich sein, eine Sonderstellung einnehmen. So wie ihre Patienten, die sich nicht einordnen können in den normalen gesellschaftlichen Alltag. „Als halbindisches Kind mit bayerischem Dirndl in einem niedersächsischen Dorf... Ich habe so viele Außenseiterrollen in mir vereint, da lag die Wahl der Psychiatrie nahe“, konstatiert Manoshi Pakrasi lachend, und natürlich möchte ich unbedingt wissen, wie denn ein halbindisches Kind in ein bayerisches Dirndl und damit in ein niedersächsischen Dorf kommt.

Sie begeisterte sich für die Bühne, als die Eltern das Theater-Abo kündigten – unter Protest. Mit ihrem experimentierfreudigen Programm ist die Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard sehr erfolgreich.
23.08.2016

Wie der Blitz rennt ein kleiner sportlicher Mann an mir vorbei, als ich morgens um zehn Uhr das Kampnagelgelände erreiche. Amelie Deuflhard steht vor dem wenig charmanten Verwaltungsgebäude und schaut mich so ernst und unbeteiligt an, dass ich befürchte, sie könnte unsere Verabredung vergessen haben. Aber nein, keineswegs, das sind nur die Nachwirkungen eines frühen Zahnarzttermins, der in den ersten Tagen des Sommerfestivals ganz und gar ungelegen kam.

Immer wenn sie morgens glaubt, es wird ein ruhiger Tag, dann kommt alles ganz anders. Cornelia Schröder ist die Chefin der weltberühmten Davidwache. Fast 17.000 Straftaten werden jährlich in ihrem kleinen Revier registriert.
06.08.2016

An diesem Vormittag ist eine ganze Menge los auf der Davidwache am Spielbudenplatz. Hinter dem Massivholzportal hat sich auf dem Absatz der grauen Steintreppe des denkmalgeschützten Gebäudes eine kleine Warteschlange von Besuchern gebildet. Am Empfang ein niedergeschlagener Taxifahrer, dem die Börse mit 850 Euro Einnahmen aus dem Auto geklaut wurde. Hinter dem 1,25 Meter hohen Tresen ist die junge Beamtin, die die Anzeige aufnimmt, kaum zu sehen. Lebhafter Betrieb hinter einer Glaswand, rund ein Dutzend Polizisten und Polizistinnen in Bewegung.

Friederike von Ehren ist Gärtnerin in fünfter Generation. Ein Besuch in einer Baumschule ist für sie wie ein Galeriebesuch. Sie gestaltet private Gärten und wirft einen kritischen Blick auf Hamburgs öffentliche Grünflächen.
23.07.2016

Drei gewaltig hoch gewachsene Kiefern stehen vor dem weiß verputzten Einfamilienhaus in Nienstedten. Denkmäler einer 150 Jahre alten Baumschule. Friederike von Ehren führt mich durch ihr Büro und die Wohnküche geradewegs hinaus in den eigenen Garten, der schon auf den ersten Blick ihre Handschrift zeigt.

Als Vorstand von startsocial e.V. organisiert Sunniva Engelbrecht Hilfe für Helfer, eine Art McKinsey für arme Sozialprojekte. Sie möchte nicht nur Bittstellerin sein, sondern auch Mehrwert schaffen.
09.07.2016

Der spitz zulaufende Konferenzraum am Sandtorkai bietet einen sagenhaften Panoramablick von der Elbphilharmonie bis zu den Landungsbrücken. Sunniva Engelbrecht sitzt mit dem gemeinnützigen Verein startsocial in der Hafencity, beherbergt von der Unternehmensberatung McKinsey. Sie fährt die Jalousien hoch, damit wir den Blick auf Stadt und Wasser genießen können, und gießt Kaffee ein. Ein Sozialprojekt in Luxuslage, ist das kein Widerspruch?

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