Stamers Frauen

Samstags in DIE WELT

Als Betriebsratsvorsitzende bei Airbus vertritt Sophia Kielhorn rund 14.000 Mitarbeiter. Am Wochenende macht sie als Make-up Artist Bräute hübsch.
07.01.2017
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Als sie bei Airbus anfing, hatte sie noch nie in einem Flugzeug gesessen.
„Das ist schon merkwürdig, hier zu arbeiten und jeden Tag die Flugzeuge zu sehen, wenn du selber noch nie geflogen bist.“ Doch wohlweislich gehörte ein Kurs in Motorsegelfliegen zur Ausbildung, und so konnte Sophia Kielhorn mit 21 zum ersten Mal abheben.

Sie kann die Soundtracks sämtlicher James Bond Filme mitträllern. Hauptamtlich leitet Pastorin Babette Glöckner die evangelische Telefonseelsorge.
24.12.2016
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Heute Nachmittag hat sie Dienst. Sitzt an einem großen Schreibtisch, mit Blick auf den ausladenden Ahorn und die Buche vor dem Fenster der Diakonie, Computer und Telefon vor sich, Kerze an, ein Becher Tee und etwas Weihnachtliches zum Naschen. Lange wird sie auf das Klingeln nicht warten müssen; während der Weihnachtstage ist der Bedarf an Trost und Beratung enorm. Obwohl überall zu lesen ist, man solle die Erwartungen zum Weihnachtsfest nicht zu hoch schrauben, sind die Sehnsüchte gewaltig. „Und dann erfüllt sich mal wieder etwas nicht. Und prompt gibt es Krach.“

Mit fast 50 hat die Personalmanagerin Petra van Bremen angefangen zu modeln. Sie ist ein sogenanntes Best Age Model. Fühlt sie sich wirklich im besten Alter? In Seminaren für Krebspatientinnen gibt sie ihr Wissen über Schönheitspflege weiter.
10.12.2016
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Manchmal fügen sich die Dinge. Ein Gespräch über das Modeln als Traumberuf. Eine Idee. Änderungen in der Werbebranche, die plötzlich auch echte Frauen zeigen möchte, große, kleine, dicke, dünne, junge, alte. Ein abendlicher Spaziergang mit dem Hund. Ein bis dahin nicht beachtetes Firmenschild: InterModel. „Nee, das gibt es nicht!“ staunte Petra van Bremen. Es war genau die Agentur, für die sie als Jugendliche gearbeitet hatte.

Antarktis, Tschad, Mongolei – die Schriftstellerin Tina Uebel schreibt über ihre Reisen in alle Welt, bringt Literatur in Hamburger Musik Clubs und macht die Hansestadt zur Slamburg.
26.11.2016
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Vielleicht sollten wir gleich zu Beginn mal ein hartnäckiges Gerücht aus der Welt schaffen: Nein, das „Uebel & Gefährlich“ gehört nicht Tina Uebel, nicht einmal zur Hälfte. Sie hat den Musikclub auch nicht mitgegründet. „Die haben einfach meinen Namen schanghait.“ Der anarchische Gebrauch alten Sprachguts und erfinderische Wortschöpfungen sind ihr Steckenpferd. Aber irgendwie versteht man immer, was sie meint.

Regisseurin Hermine Huntgeburth hält nichts von Demokratie am Drehort. So mache man keinen guten Film, erklärt sie. Ende November können wir ihren Polizeiruf „Sumpfgebiete“ sehen.
12.11.2016
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Für ihren ersten Spielfilm vor 25 Jahren – eine schwarze Komödie um Heiratsschwindelei mit dem Titel „Im Kreise der Lieben“ – hat sie gleich den Bundesfilmpreis erhalten. Damit legte Hermine Huntgeburth, die nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch geschrieben hatte, den Grundstein für diesen besonderen Humor, den ihr die Filmwelt nachsagt. Dem Bundesfilmpreis folgten viele weitere Auszeichnungen. Wie wurde sie so erfolgreich?

Sie ist die einzige biologisch echte Frau in der Truppe von Olivia Jones. Burlesque Tänzerin Eve Champagne führt abends über den Kiez und verrät, was sie bei Tageslicht macht.
29.10.2016
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Ihre Touren durch St. Pauli sind immer ausgebucht. Mit derbem Charme ruft Eve Champagne freitags und samstags gegen 19 Uhr ihre Gäste zusammen, heute überwiegend Männer: „Ach du Scheiße, ich hab den schwulen Fußballverein erwischt.“ Gelächter und Gegröle. Damit auch wirklich alle in die richtige Stimmung kommen, reicht sie jedem von uns am Eingang des St. Pauli Museums in der Davidstraße eine Flasche mit dem Etikett „Sin No. 8“. Die achte Todsünde.

Wie schaffen wir schnell und bezahlbar Wohnungen auf engem Raum? Das überlegt Architektin Karin Loosen und erklärt, warum sie es nicht mag, Häusern Kostüme zu verpassen.
22.10.2016
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Vor wenigen Tagen hat ihr Architektenbüro eine Auszeichnung erhalten. Das Kulturzentrum Zinnschmelze in Barmbek wurde zum Bauwerk des Jahres erklärt. Mit einem Neubau aus dunkelbraunem Kupfer ergänzten Karin Loosen und ihre Kollegen das denkmalgeschützte Fabrikgebäude. Der Jury gefiel, dass Vorhandenes aufgewertet wurde, ohne es zu vertreiben. „Es war ein besonderer Auftrag“, freut sich die Architektin, „eher ein Bonbon, das machen wir nicht jeden Tag.“

Von der Plakatmalerin zur preisgekrönten Designerin. Katrin Oeding erfindet Wodka-Kraftstoff und betreut weltbekannte Marken.
01.10.2016
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Katrin Oeding hat keine Ideen, sie macht welche. „Viele Kreative sagen, es müsse auch mal einen Tag geben, an dem man keine gute Idee hat. Aber ich bin mittlerweile so gut im Training, wie ein Sportler, dass ich immer Ideen machen kann.“ Sie gibt Unternehmen ein neues Aussehen, erfindet Marken und Produkte, traut sich in jede Branche, von der Kosmetik übers Essen bis zur Mode. Den neuen Duft von Nivea hat sie in einen reinen weißen Flacon gefüllt, den Biodünger von Blume 2000 dagegen in ein natürlich anmutendes Packpapier gewickelt.

Sie kennt sie alle persönlich, die großen Autorinnen und Illustratoren der Kinderbuchliteratur, von Erich Kästner bis Cornelia Funke. Auf einer ehemaligen Apfelplantage leitet Silke Weitendorf die Verlagsgruppe Oetinger.
17.09.2016
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Auf dem Couchtisch in ihrem Büro liegt eine Erstausgabe von „Pippi Langstrumpf“, erschienen 1949 im dritten Jahr des Oetinger Verlages. Damals war Silke Weitendorf acht Jahre alt und die erste junge Leserin der deutschen Ausgabe. „Sehen Sie,“ sagt sie, „mit gelbem Farbschnitt oben, das macht man heute auch wieder.“ Andere deutsche Verlage zeigten sich an der frechen Pippi nicht interessiert, aber Silke Weitendorfs Stiefvater, Verleger Friedrich Oetinger, verliebte sich sofort in die unkonventionelle Kinderbuchfigur.

Auffällig sein – die Psychiaterin Manoshi Christina Pakrasi weiß, wie das ist. Sie baut Brücken zu den bunten Welten psychisch Kranker und engagiert sich auch für die Betreuung psychisch kranker Flüchtlinge.
03.09.2016
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Sie kennt das selbst: Ungewöhnlich sein, eine Sonderstellung einnehmen. So wie ihre Patienten, die sich nicht einordnen können in den normalen gesellschaftlichen Alltag. „Als halbindisches Kind mit bayerischem Dirndl in einem niedersächsischen Dorf... Ich habe so viele Außenseiterrollen in mir vereint, da lag die Wahl der Psychiatrie nahe“, konstatiert Manoshi Pakrasi lachend, und natürlich möchte ich unbedingt wissen, wie denn ein halbindisches Kind in ein bayerisches Dirndl und damit in ein niedersächsischen Dorf kommt.

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