Stamers Frauen

Samstags in DIE WELT

Die Finanzexpertin Renate Krümmer schaffte den Sprung von der Sammlerin zur Kunsthändlerin. Der Verkauf eines Werkes hat auch immer eine traurige Note: Gerade die schönsten Bilder sind jetzt nur noch ihre Begleiter auf Zeit.
21.11.2015
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Am liebsten hätte sie ein Haus, dem Bauhausstil ähnlich, mit einer sehr puristisch eingerichteten Eingangshalle, schwarzer Boden, viel Glas ... Und dann hängt da nur dieses eine Bild. „Boah, Hammer!“ begeistert sich Renate Krümmer. Dieses eine Bild zeigt in fluoreszierenden Farben eine hummerrote Ellipse auf pink verlaufendem Untergrund. Einstweilen hat es, 120 mal 95 cm groß, einen prominenten Platz gleich am Eingang der Galerie „Krümmers Fine Art“ in Hamburg-Eppendorf.

„Chef-Archäologin“ des ZDF wird sie genannt, obwohl sie eigentlich Volkswirtin ist. Gisela Graichen begibt sich in ihren Filmen auf die Suche nach den Spuren unserer Ahnen. Sie führt uns auch zum zerstörten Weltkulturerbe in Syrien und im Irak.
07.11.2015
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In der Wüstenoase Palmyra sprengten IS-Terroristen den 2000 Jahre alten Triumphbogen in Schutt und Asche. In Timbuktu zündeten Islamisten die historische Bibliothek mit ihren jahrhundertealten Manuskripten an. Und in Bagdad zerschlugen Plünderer die Vitrinen des Nationalmuseums, raubten 15000 Artefakte. „Als ich die Bilder aus Bagdad das erste Mal sah, habe ich geweint“, sagt Gisela Graichen.

Katharina Trebitsch produziert seit 35 Jahren gute Unterhaltung für Kino und Fernsehen. Das Gejammer über die Zuschauerquote versteht sie gar nicht. Von Glitzer und Dünkel der Kultur-Schickeria grenzt sie sich ab: „Lieber spießig als schick!“
24.10.2015
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Ihr Motto heißt „no surrender“, nicht nur weil es von Bruce Springsteen stammt. Langen Atem behalten, zäh sein und immer dranbleiben, lautet ihre freie Übersetzung, oder: Über Pannen vorwärts! The Boss sei ihr Lieblingsmusiker, erzählt sie mir in einem Café nahe der Elbphilharmonie. Springsteen oder was würde sie dort gerne mal hören? „Das Adagietto von Mahler und ein Cello-Konzert von Dvořák!“

Sie weiß, wie man in 30 Sekunden eine ganze Geschichte erzählt. Petra Felten-Geisinger macht seit drei Jahrzehnten Werbespots
10.10.2015
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Ihr Durchbruch kam 1999 mit Boris Becker. „Bin ich schon drin?“, staunte er für AOL über den kinderleichten Zugang zum Internet. Die Verblüffung war echt, der Spruch stand nicht im Drehbuch, erinnert sich Petra Felten-Geisinger. Seit drei Jahrzehnten produziert sie Werbefilme: „Like Ice in the Sunshine“ für Langnese; „Sippin on Bacardi Rum“; Krombacher, eine Perle der Natur; das Unterwasserwohnzimmer für ein wasserdichtes Sony-Tablet. Auch „Horst Schlämmer – Isch kandidiere!“ stammt aus ihrem Haus.

Johanna Christine Gehlen bereitet sich auf „Hamburg Royal“ vor und erzählt, wie sie sich gegen Inge Meysel behauptet hat
19.09.2015
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Sie hat ein schönes, ein besonderes Gesicht: katzenhafte Augen, hohe Wangenknochen und glatte blonde Haare. In kobaltblauem Hosenanzug und passenden Pumps posiert Johanna Christine Gehlen für den Fotografen vor der bunt gestrichenen Wand in einer ehemaligen Schule. Hier probt das Ensemble des St. Pauli Theaters für das Musical „Hamburg Royal“. Prüfende Blicke wirft sie auf den kleinen Monitor der Kamera, gibt dieses und jenes Detail zu bedenken, während ich einfach finde, dass sie auf jedem Foto klasse aussieht.

In der Schiffsklassifikation sorgt die Juristin Gesa Heinacher-Lindemann dafür, dass sich 16.000 Mitarbeiter an Ethik-Regeln und Gesetze halten
12.09.2015
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Duzen ist eigentlich gar nicht ihr Ding. Aber als einer der Vorstände fragte: „Frau Heinacher, haben Sie etwas dagegen, wenn wir uns im Team alle duzen?“, da wollte sie nicht hintanstehen. Gut, dann duz ich jetzt mal meinen Vorstand, hat sie sich gedacht. Klingt ja auch komisch, wenn eine der in Englisch geführten Sitzungen so eröffnet wird: „Good morning, Sarah, Marc ... – and Miss Heinacher-Lindemann.“

Ruth Toma, einst bei den Fliegenden Bauten, tastet sich mit ihren Drehbüchern durch die Grenzbereiche des Lebens
29.08.2015
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Ein Schuss Tragik, ein Schuss Komik – Stoffe, die beides in sich tragen, faszinieren sie. Ruth Toma schreibt Drehbücher. Sie tastet sich durch Grenzbereiche des Daseins, sucht nach den wirklich wichtigen Dingen des Lebens und nach dem ironischen Dreh in der Geschichte.

Ulla Kopp will das Hamburger Kongresszentrum zum modernsten, schönsten und größten in Deutschland machen.
08.08.2015
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Große Bilder brauchen große Themen, konstatierte ein Künstlerfreund. Das leuchtete Ulla Kopp sofort ein, und sie nannte ihr nächstes großformatiges Gemälde „Nicht Nichts“. Mit Acrylfarben malt sie am liebsten, oft abstrakte Motive, aber meist mit einem Thema im Hinterkopf. Abends oder am Wochenende rollt sie in ihrer Wohnung den Teppich beiseite, bedeckt das Parkett mit einer Malerfolie und schaltet die Tageslichtlampe an. 30 bis 50 Kunstwerke schafft sie im Jahr, manchmal ganz kleine.

Ein Treffen mit Sonja Lahnstein-Kandel, deren eigene Lebensgeschichte ihr Wirken maßgeblich mitbestimmt.
18.07.2015
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Im schlichten schwarzen Kleid, die kleine Nadel des Bundesverdienstkreuzes am Kragen, steht sie im hinteren Teil des Raumes, wartet auf ihren Auftritt. Fünf Zigaretten habe sie morgens geraucht, gesteht sie, sonst höchstens eine pro Tag. Sie war eben aufgeregt.

Die Hitze treibt ihr Geschäft an: Claudia Hauswedell-Glaser betreibt den Beachclub Strandpauli. Dabei sollte das nur ein Hobby sein
04.07.2015
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Alles hier ist schief und krumm, die Sonnenschirme aus geflochtenem Bast und die orange-gestreiften Stehlampen. Vor der Photobox hängt ein zerrissener Jutesack, die Bambusmatten auf dem Dach der Bar hat der Wind durcheinander geweht. Der Bildschirm ihres Handys ist zersplittert. „Das macht nix“, stellt Claudia Hauswedell-Glaser gelassen fest, während sie an einem der robusten Holztische im Beachclub Strandpauli ihre pinkfarbene Lesebrille aufsetzt, um nach einer Telefonnummer zu suchen.

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